Ironman Cascais – Der Rückblick

Ironman Cascais – Der Rückblick

Der erste volle Ironman in Cascais. Es ist ein sehr schöner Ort, nahe an  Lissabon und alles was man für ein IM Wettkampf braucht, viele Möglichkeiten zu trainieren, gutes Essen und viele Gassen zum Bummeln und Entspannen. Das Rennen startet mit dem Sonnenaufgang, was am 23. Oktober 2021 um 7:50 war, also eine sehr angenehme Zeit. Der Wettergott hat auch mitgespielt, 20 Grad und nicht so viel Wind.

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Für mich ging es um 7:55 ins Wasser, schwimmen gegen einen roten Sonnenaufgang aber es war kalt. Nach 1:15 aus dem Wasser, was für mich eine sehr gute  Zeit ist besonders im offen Gewässer. Dann 630 Meter laufen zur Transition Zone. Schnell umgezogen und aufs Rad.

Zuerst ging es rauf, richtig rauf, mit Steigungen bis 16 Grad. Diese Strecke musste nur einmal gefahren werden. Dann ging es auf den Formel 1 Kurs, dort bin ich seitlich mit einer Frau zusammengestoßen, mich hat es hingelegt. Nach der Prüfungen des Rad´s und meinen Wunden, habe ich das Rad kurz wieder hergerichtet und bin weitergefahren. Mein Plan war solange wie möglich weiterzufahren, bis evtl aufkommende Schmerzen den Wettkampf absolut unmöglich machen.

IRON AN

Nach ca. 60km ging es dann auf die Straße an der Küste lang, 20km Richtung Lissabon. Das war richtig gut, ich bin halt doch kein Serpentine-Fahrer. Dann zurück nach Cascais und das Ganze nochmal. Ich hab mich auf den gesamten 180km gut gefühlt, kein Einbruch, aber nach dem analysieren meiner Daten, muss ich sagen: da war mehr drin. Ein Schnitt von 178 Watt ist für mich etwas wenig. 190+ war der Plan. So ist natürlich auch die Zeit von 5:40h zu erklären.

Thomas Hammermeister

Aber zurück zum Rennen… Rad aufgefangen, Laufschuhe an und weiter. Nun kommt es drauf an…hält die Hüfte beim Laufen? Die hat bei dem Sturz am meisten abbekommen. Es ging direkt steil bergauf und es schmerzte… noch ein paar Meter sagte ich mir. Dann wurde es flach und die Schmerzen gingen weg, was aber blieb ist erstmal der Kopf der sagte „hör auf, du bist gefallen“.

IRON

Direkt am Hotel stand dann meine Frau winkte und jubelte mir zu, das ist immer wie ein Booster, glücklicherweise nun alle 7km. Die Strecke war immer am Strand lang, 3 Runden, je 7km gegen den Wind und 7km mit dem Wind und auf und ab. Es lief aber gut, dich habe mich mental bis zum km 10 durchgekämpft, dann hat der Wille ins Ziel zu kommen gewonnen und von nun an war nur noch die Frage wie.

Bei km 12 bin ich dann auch noch gestolpert und hab mich der Länge nach hingelegt…. War so eine Verkehrsberuhigung. Viele Menschen standen dort und jubelten den Athleten zu, als ich gefallen war wurde es still, beim Aufstehen ein Riesenapplaus. Ich fühlte mich wie Rocky.

Die zweite Runde ging auch vorbei. Nun noch die Dritte. Die Schwierigkeit waren die ersten 7km da es gegen den Wind ging, ich habe aufgehört auf meine Zeiten zu schauen, es ging nur noch um Eins – ankommen. Meine Füße schmerzten mehr und mehr, ich überholte noch viele Mittstreiter, weil die einfach nur noch gehen konnten.

KM 35, Wendepunkt. Mit jedem weiteren KM habe ich weniger  von meinem Körper gespürt, ich denke das nur doch der Kopf funktioniert hat, und der will ins Ziel. Anders als bei meinen letzten Ironmanrennen, bin ich durchgelaufen, kein Ministop an der Verpflegungsstation. Auf den letzten 7km nur noch Cola um schnell Zucker zuzuführen.

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Dann war es soweit, es ging bei km 41,5 bergab dann noch 150m am Strand gradeaus und da war es wieder „You are an Ironman“. Nach der Ziellinie, was es dann vorbei, nichts geht mehr, nur noch sitzen. Sylvia kam schnell zu mir und ich zog mir ein paar warme Sachen an. Ich war kaputt & happy, ich muss sagen es war auf den letzten 10km eine absolute Grenzerfahrung, indem mich nur noch der Kopf nach vorne gebracht hat.. Es war dann ein 3:33h Marathon und eine Gesamtzeit von 10:39h. Bring mich auf Platz 37 von 249 meiner Altersklasse.

Cascais hat ein schönen IM Rennen aufgelegt, die vielen, vielen Menschen die am Straßenrand standen haben das ganze zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Cascais ist ne Reise wert.

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